Um alle Belange eine Amtlichen Lageplans erfüllen zu können ist es notwendig, die Höhen und Ausdehnungen aller Dächer, nicht nur der Bauten auf dem Baugrundstück, zu erfassen. Dazu kommt in den meisten Fällen die Aufnahme mittels Tachymeter in Frage. In einigen Fällen ist diese aber nicht ausreichend. Wenn zum Beispiel die Sicht zu den betroffenen Dächern nicht einwandfrei möglich ist, oder von der Straße aus nicht zu erkennen ist, wie das Dach aufgebaut ist, und um welche Kanten des Daches es sich handelt.

Um ein Dach in allen seinen Details zu erfassen, vermessen wir mit Hilfe der Überfliegung. Dazu wird das Dach in mehreren Reihen überflogen und an bestimmten Stellen ein Senkrecht-Foto gemacht. Vor der Überfliegung müssen allerdings noch Passpunkte markiert und mittels Tachymeter die Koordinaten und die Höhe ermittelt werden. Die geschossenen Fotos werden dann über diese Passpunkte entzerrt und georeferenziert. Eine spezielle Software errechnet aus den entzerrten und georeferenzierten Bildern dann ein 3D-Modell und ein Orthofoto.

Beides wird benutzt um Maße und Höhen abzugreifen und das Dach in allen Einzelheiten darzustellen. Neben dem klassischen Lageplan sind auch Grundrisse und Schnitte als Ergebnis möglich. Sogar die Erstellung von 3D-Drahtgittermodellen ist möglich.

Begriffserläuterung:

Tachymeter

Kurzbeschreibung: Winkel- und Distanzmessgerät

Ausführliche Beschreibung: 

Der Tachymeter ist ein Vermessungsinstrument, welches anders als der Theodolit nicht nur die Vertikal- und Horizontalwinkel misst, sondern zusätzlich die Schrägdistanz (Entfernung). Größtenteils werden Tachymeter im Vermessungswesen eingesetzt. Nur für hochgenaue Winkelmessungen werden heute noch Theodoliten benutzt. Die neueste Generation der Tachymeter misst reflektorlos, d.h. es muss kein spezielles Prisma angezielt werden um Strecken und Winkel zu messen. So ist es möglich, auch schwer erreichbare Ziele zu vermessen.

Orthofoto

Kurzbeschreibung: Verzerrungsfreies Luftbild

Ausführliche Beschreibung: 

Ein Orthofoto ist eine verzerrungsfreie und maßstabsgetreue Abbildung der Erdoberfläche, die durch photogrammetrische Verfahren aus Luft- oder Satellitenbildern abgeleitet wird.

Bei einer Luftbildaufnahme entstehen Verzerrungen einer fotografischen Zentralprojektion sowie Verzerrungen durch Höhenunterschiede des Geländes und bei Satellitenbildern Verzerrungen durch die Erdkrümmung.